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„Exil Erzählen“: Living Library

„Exil Erzählen“: Living Library; eine Zürich liest Veranstaltung

Der Event „Exil erzählen: Living Library“ fand am 29.10.23 in der Galerie Litar statt. Die Galerie Litar ist ein Teil der Stiftung Litar. Sie organisieren pro Jahr ein paar Ausstellungen und Veranstaltungen. Im Moment bereitet die Stiftung Litar eine Ausstellung vor, die nächstes Jahr unter dem Motto „Fundbüro für Erinnerungen“ stattfinden wird. Die Ausstellung wird verschiedene Gegenstände von Menschen mit Migrationshintergrund präsentieren. Die Veranstaltung diente als Auftakt der Ausstellung und hatte vier eingeladene Gäste, die ihre Geschichten über Migration und Flucht erzählten. Jedes Gespräch dauerte ungefähr 30 Minuten und im Anschluss gab es eine kurze Pause, in der Kaffee und Kuchen serviert wurden. Ich sprach mit zwei der vier Gäste.

persönliche Perspektiven: zwei Gespräche im Fokus

Saotra Rabarijaona kam 2017 in die Schweiz, da sie seit über zwei Jahren eine Fernbeziehung mit ihrem schweizerischen Freund führte und sich entschied Madagaskar zu verlassen. Sie hat selten Heimweh, ihr gefällt es in der Schweiz. Jedoch musste sie sich umstellen, als sie mit 25 in die Schweiz kam. Sie erzählt, dass vor allem die Familienstruktur hier anders ist, als in Madagaskar. Sie hat dieses Jahr ihr erstes Kind bekommen und ihr sei aufgefallen, dass hier der Vater viel präsenter ist. In Madagaskar halfen die Tanten, Omas und auch Kindermädchen, man war nie allein. Dies vermisst sie sehr, dieses Zusammenleben. Insbesondere Ostern wird in Madagaskar sehr gross gefeiert, mit der ganzen Familie, manchmal auch mit der Nachbarschaft, was hier nicht der Fall ist, so Saotra Rabarijaona.

Fatma Leblebici lebt seit 14 Jahren in der Schweiz. Sie musste damals flüchten, ihre Flucht in die Schweiz war nicht geplant. Sie ist hier, da ein Freund von ihr in der Schweiz lebt. 2009 stellte sie einen Asylantrag in der Schweizer Botschaft. Damit war ihre Reise nicht illegal, was ihr sehr half, berichtet Fatma Leblebici. Mir fiel auf, dass sie sehr verschlossen war, was ihre Herkunft und den Grund ihrer Flucht betraf.

„Als ich in die Schweiz kam, wusste ich nicht einmal was das Wort ‚deutsch‘ bedeutet“

– Fatma Leblebici 

Fatma Leblebici berichtete von ihren ersten Erlebnissen in der Schweiz. Ihr blieben vor allem die hohen Erwartungen in Erinnerung. Man müsse Deutsch sprechen und sich auf die Kultur einlassen, was ihr nicht leicht fiel. Fatma Leblebici wünscht sich eine verbesserte Integration für zukünftige Asylbewerber, da sie selbst nie Zugang zu Sprachkursen oder anderen Unterstützungsoptionen während des Asylprozesses hatte. Obwohl es viele kostenlose Optionen gibt, war sie sich dieser nicht bewusst und sieht dies als systemisches Problem an. Sie hofft, dass sich das in Zukunft ändert.

Erfolgreiche Werbung für die Ausstellung

Die Zuhörerinnen nahmen aktiv am Gespräch teil und stellten ihre Fragen. Die vier Gäste antworteten anschliessend detailliert und ausführlich, was zu einem konstruktiven Austausch führte. Meines Erachtens war die Veranstaltung gut besucht und hat sicherlich Werbung für die Ausstellung gemacht. Das Publikum zeigte grosses Interesse und die Gäste traten angemessen und freundlich auf. Die Vorstellung war spannend und interessant. Es ist schade, dass ich bei diesem Ereignis die einzige jüngere Person war. Ich hatte gehofft, mehr Jugendliche und jüngere Erwachsene anzutreffen.

Link Ausstellung: https://www.litar.ch/#s-programme

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