„No To Racism“ – Im Gespräch mit den Autor:innen

An einem Mittwochabend, dem 25.10.23, wimmelt es im Lernmedien-Shop in Zürich nur so von Student:innen der PH Zürich. Im Rahmen von „Zürich liest“ findet an diesem Abend eine Lesung mit anschliessendem Gespräch zum Buch „No To Racism“ statt. Die Buchhandlung ist rappelvoll, jeder Platz ist besetzt. Vorne stehen vier Stühle sowie ein kleiner Tisch mit Getränken bereit.

An diesem Abend finde auch ich mich im Lernmedien-Shop wieder. In der Buchhandlung herrscht reges Treiben; ein letztes Mal die funktionierende Technik überprüfen und die restlichen Sitzplätze füllen, bis um Punkt 19:00 Uhr die Autor: innen sowie die Gesprächsleiterin des Abends vor das Publikum tretten. „No to Racism“, so lautet der Titel des Buches, welches von Rahel El-Maawi, Mani Ozwar und Tilo Bur verfasst wurde. Die Gesprächsleitern, Sibylle Mathis, stellt die drei Autor: innen vor. Mani Ozwar und Tilo Bur sind unteranderem Mitgründer: innen des Vereins „Diversum“, welcher sich für rassismuskritisches Denken einsetzt und Workshops sowie Weiterbildungen, unter anderem für Schulen, anbietet. Rahel El-Maawi ist Dozentin für Soziokultur und bietet ebenfalls Beratungen für Rassismuskritik, Genderfragen und Diversity an.

«Bevor wir zur eigentlichen Lesung kommen; an wen richtet sich euer Buch «No To Racism?»

Mit dieser Frage eröffnet die Gesprächsleiterin des Abends das Gespräch. Mani Ozwar ergreift als erste Person das Mikrofon. Das Buch richte sich an alle Leute, die sich für Schule und Bildung interessieren und es handle sich um ein Grundlagenbuch für eine rassismuskritische Schulkultur. Toni Bur ergänzt, dass es eine Aufforderung sein soll, genauer hinzusehen, wenn es um das Thema Rassismus an Schulen gehe, um ein tieferes Verständnis über Rassismus zu erhalten. Rahel El Maawi fügt hinzu, dass es im Buch auch ein Glossar mit Begriffen für eine rassismussensible Sprache gebe.

«Wir erwarten nicht, dass jede:r von heute auf morgen eine rassismussensible Sprache beherrscht. Diese muss zuerst erlernt werden und braucht auch eine gewisse Zeit.»

Rahel El Maawi

Während der nächsten halben Stunde stellen die drei Autor: innen zwei Textstellen aus dem Buch vor. Eine dieser Textstellen beinhalt wie Lehrer:innen mit Lehrmitteln umgehen können, wenn diese rassistische Inhalte haben. Es sei wichtig, den Schüler: innen zu vermitteln, dass es sich effektiv um rassistische Textstellen handle und ihnen klarmache, dass solche Ausdrücke nicht in Ordnung seien. Mani Ozwar spricht darauf an, dass man als Lehrperson am besten mit der Schulklasse einen Brief an den betreffenden Buchverlag schreibt und auf die rassistischen Textstellen aufmerksam macht und darum bittet, diese zu überarbeiten. Denn wenn die Verlage vermehrt solche Beschwerden über eines ihrer Lehrmittel erhalten, ist die Chance sehr hoch, dass das Lehrmittel auch wirklich überarbeitet wird.

Anschliessend zu der Lesung, gibt es eine Fragerunde. Mithilfe von Zetteln, welche sich auf jedem Stuhl befinden, kann jede:r eine allfällige Frage notieren und diese der Gesprächsleiterin geben. Bei den Fragen möchten die Interessent:innen aus dem Publikum vor allem wissen, was man als Lehrer:in tun kann, wenn es in der eigenen Schulklasse zu einem Rassismusvorfall kommt. Darauf antworten die drei Autor:innen, dass es wichtig sei, die Schüler:innen auf Rassismus und deren Auswirkungen zu sensibilisieren.


Die Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen und ich finde es sehr wichtig, dass man über das Thema Rassismus spricht. Als ich den Lernmedienshop nach eineinhalb Stunden wieder verliess, wurde ich sehr nachdenklich. Die Lesung gab mir die Möglichkeit aktiv mein Verhalten und alltäglichen Gedanken zu reflektieren. Ich wurde mir meinem Privileg eine weisse Schweizerin zu sein, wieder einmal bewusst. Das Buch „No To Racism“ werde ich mir definitiv kaufen, da ich mich mehr mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen möchte und um mehr über den Begriff der rassimussensiblen Sprache zu erfahren und zu lernen.

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