Die Ausstellung „Enfants Terrible – Unheimliche Kindheitsgeschichten“ thematisiert die Darstellung von Kindern im Verlauf der Jahre und deren Veränderung im Hinblick auf die Moderne. Dabei wird auch die Sichtweise der Erwachsenen auf die Kindheit in Betracht gezogen. Eines der beliebtesten Darstellungen ist dabei das Enfant terrible oder auf Deutsch eben das schlimme, böse Kind.
Erlebnis
Die Ausstellung findet in einem ältlichen Haus in der Altstadt Zürichs statt. Beim Betreten der Ausstellung sind außer der Rezeptionistin und einer Frau mit zwei kleinen Kindern, die gerade die Ausstellung verlassen, fast keine Besucher da. Im Eingang ist ein Spiegel in der Form eines Hasen und eines Mädchen, „Alice im Wunderland“ ganz klar. Passt ja schonmal zum Thema. Ich kauf mir ein Ticket und gehe in die Ausstellung.
Der erste Raum ist dunkel gestaltet. Macht Sinn wenn’s um das Böse und Gruselige geht. Während ich mich umsehe, betritt eine ältere Dame die Ausstellung. Abgesehen von unseren Schritten ist alles still. Im zweiten Raum ist es bereits wieder viel freundlicher eingerichtet. Im Stil von Alice im Wunderland angelehnt hat es Bänke die wie Teetassen dekoriert sind. Ausgestellt sind die Klassischen Kinderbücher meiner Zeit: Pipilangstrumpf, Papa Moll und eben Alice im Wunderland.

Ein Stock höher und wir sind in der Gegenwart angekommen. Ein Zimmer über die Darstellung der Fantasie und der Traumwelt, eines über die Funktion von Kindern in Horror und Thrillern und im letzten Zimmer wird Thematisiert wie Spielzeuge und die Art wie Kindern von ihnen denken in Film und Buch dargestellt wird. Als ich die Ausstellung verlasse bemerkte ich einen weiteren Raum indem ein Workshop für kleinere Kinder stattfindet.
Moral in Geschichten
Das Bild der Kindheit sah früher ganz anders aus als heute. Kinder wurden lediglich als kleine Erwachsene betrachtet. Dies zeigt sich auch in der literarischen Darstellung der Kindheit. Zuvor dienten Bücher meist der Vermittlung moralischer Werte, welche oft mit Gewalt veranschaulicht wurden. Ein Beispiel hierfür ist, dass Kind, welches seinen Kopf verloren hat. Als er nach Hause kam musste seine Mutter ihm den Kopf wieder anmachen, damit er in nicht wieder verliert.
„his Mama stuck on his head with chewing gum, but because it was night time she stuck it on backwards. ‚Don’t let your head escape again‘ she said, and from there on John was very careful.“
von Leonora Carrington – Headless John.
Spielzeuge und die Macht der Fantasie
Im oberen Stockwerk wird unter anderem das Spielzeug behandelt. Kinder, wenn sie mit ihren Spielzeugen spielen, tun so als wären diese lebendig. Dies ist sehr beliebt für Filme und Bücher. Man lässt die Spielzeuge lebendig werden und eigene Emotionen und einen Willen haben.
Dies kann sich entweder positiv auswirken, wie in Toy Story, wo Woody sein eigenes Abenteuer erlebt, oder negativ enden, wie in Nussknacker und Mausekönig von E.T.A. Hoffmann, wo die Spielzeuge untereinander Krieg führen. Hoffmann zeigt dabei die Kehrseite der „unkontrollierten Fantasie“. Die Spielzeuge bekommen ihre eigene Seele, was aber schnell in eine Albtraumfantasie umschlägt, als das Kind auch in den Krieg involviert wird.
Ein weiteres Beispiel, dass vorgestellt wurde, wie Spielzeuge ein eigenes Leben entwickelt ist im Horror. Die beliebtesten Figuren hierfür sind Puppen. Mit ihren leblosen Augen sind sie schwer zu lesen und doch werden sie durch die kindliche Fantasie lebendig. Dies wird zum Beispiel für Annabelle oder auch Chucky verwendet.
Moderne
Kinder werden heutzutage oft als unschuldig dargestellt. In Kinderfilmen sind brutale Szenen selten und die Handlung hat meist einen pädagogischen Aspekt. Spielzeug besteht aus Kunststoff mit stumpfen Ecken, um Verletzungen zu vermeiden. Ein Grund dafür ist, dass durch die Erforschung der Kindheit herausgefunden wurde, welche Einflüsse bereits in jungen Jahren Auswirkungen im Erwachsenenalter haben können.
Die gesamte Ausstellung war sehr interessant und vielseitig gestaltet. Sie war zudem lehrreich und ich fand sie besonders spannend, als man den Vergleich zwischen den Büchern, mit denen ich aufgewachsen bin, und älteren Werken sah.

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