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Auf der Suche nach einem Zuhause

Wisst ihr, wie es sich anfühlt, zwischen zwei Welten zu leben und in keiner wirklich zu Hause zu sein? Ich hatte keine Ahnung. Bis mir der Roman Elefanten im Garten in die Hände fiel. Die Autorin, die selbst aus dem Kosovo in die Schweiz migriert ist, verarbeitet in diesem Werk viele autobiografische Elemente. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive einer jungen Frau, die ihre Kindheit in Prizern verbracht hat und später wegen des Kriegs in die Schweiz kommt. Besonders auffällig ist, dass sie ihre Gedanken immer wieder an ein „Du“ richtet, an ihren verstorbenen Vater, zu dem sie eine sehr enge Bindung hatte.
Der Roman springt ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Einerseits erzählt die Protagonistin von ihrer Kindheit in Prizren, von Familie, Nachbarn und einfachen Momenten. Andererseits berichtet sie von ihrem Leben in der Schweiz, von Flüchtlingsheimen, ihrer Schulzeit und ihrem heutigen Alltag, in dem sie sich um ihre Mutter kümmert und gleichzeitig versucht, ihren eigenen Platz im Leben zu finden.
Ich persönlich hatte beim Lesen teilweise Mühe, der Geschichte zu folgen. Die vielen Zeitsprünge und die eher kurzen, abgehackten Abschnitte machen es nicht immer einfach, einen klaren Zusammenhang zu erkennen. Manchmal wirkt der Text dadurch etwas sprunghaft und stellenweise auch ein wenig langweilig, weil kein richtiger Spannungsaufbau entsteht. Trotzdem vermittelt der Roman viele spannende Eindrücke. Die Sprache ist direkt, was die Gefühle der Erzählerin sehr authentisch wirken lässt. Besonders eindrücklich ist, wie sie beschreibt, dass sie sich weder in ihrer alten Heimat noch in der Schweiz wirklich zugehörig fühlt. Diese innere Zerrissenheit wird sehr glaubwürdig dargestellt.
Ein Beispiel dafür ist ihre Zeit im Luftschutzbunker, wo mehrere Familien auf engstem Raum zusammenleben mussten. Solche Erinnerungen zeigen, wie prägend ihre Vergangenheit ist und warum sie bis heute nach ihrer Identität sucht.
Das Buch zeigt Migration aus einer sehr persönlichen Perspektive. Es geht nicht nur um Flucht, sondern vor allem um Identität, Verlust und das Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen. Die sprunghafte Erzählweise kann das Lesen erschweren, und nicht jede Stelle ist gleich relevant. Trotzdem erzählt das Buch eine wichtige und berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

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