Ein Rundgang durch die Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
Im Rahmen von Zürich liesst, begab ich mich an einem regnerischen Mittwochnachmittag von der Tramhaltestelle auf den Weg zur Bibliothek in Zürich. Es war kalt und windig, und der Regen prasselte auf meine Regenjacke, als ich in die Grubenstrasse einbog. Langsam zog ich die Tür auf und stieg die Treppe hinauf. Am Emfpang begrüsste mich eine sehr freundliche, blinde Dame und zeigte mir den Ort, wo ich auf die weiteren Besuchenden wartete. Die Bibliothek sah nicht so aus, wie ich sie mir anfangs vorstellte. Hohe, graue Regale, von oben bis unten mit Büchern und Spielen gefüllt, zogen sich durch einen Gang. An dessem Ende einige Grünpflanzen und ein grosser Tisch zu erkennen war. In der Bibliothek herrschte eine ruhige Atmosphäre.
Bücherausleihe
Die Führung begann mit der Vorstellung der Medien, die in der Bibliothek ausgeliehen werden können. Wir standen in einem Kreis um die Dame, die uns die Bücher und Spiele zeigte. Zum einen sind das Grossdruckbücher, mit einer extra grossen Schrift, Hörbücher, E-Books und Brailleschriftbücher (Blindenschrift). Die SBS stellt auch tastbare Spiele, Zeitschriften und Kinderbücher zur Verfügung. Durch das Abtasten mit den Händen lassen sich zwei verschiedene Formen unterschieden. In der Bibliothek waren keine Besucher*innen zu erkennen. Da die SBS die Bücher zu den Leuten nachhause liefert.
Produktion der Hörbücher
Die Führung ging weiter zu den Hörbuchstudios einen Stock weiter nach oben. Im Aufzug standen wir nahe beieinander, es war ruhig und niemand sagte ein Wort. Schliesslich erreichten wir den oberen Stock und bewegten uns Richtung Tonstudios. In einem, meiner Meinung nach ästhetisch aussehenden Gang, schmückten einige Bilder die Wände und eine Pflanze stand am Ende des Flurs. Auf der rechten Seite befanden sich mehrere kleine Räume. Durch eine Glasscheibe konnte man die Sprecherinnen und Sprecher erblicken, wie sie gerade aus einem Buch vorlasen. Vor ihrem Computer sitzend, nahmen sie alles mit einem Mikrophon auf.

Die Druckerei
In der Bibliothek werden Grossdruckbücher und Texte in Brailleschrift gedruckt. Wir hatten die Gelegenheit dabei zuzuschauen. Zu neunt standen wir in einem kleinen Raum. Der Geruch von Papier lag in der Luft und ein Mann erklärte uns, wie die Brailledruckmaschine funktionierte. Als er schliesslich den Knopf drückte, um den Druckprozess zu starten, hielten sich einige von uns die Ohren zu. Der Raum füllte sich mit dem rhythimischen Klappern der Maschine. Am Ende ist ein Blatt mit vielen aufstehenden Punkten entstanden. Durch das Abtasten der Punkte wird das Lesen möglich.
Die Brailleschrift
Zum Schluss hatten wir die Möglichkeit, selbst in Blindenschrift zu schreiben. Auf einer kleinen Schreibmaschiene waren die Zahlen 1-6 angordnet. Man musste jeweils mehrere Zahlen gleichzeitig drücken. Beim Versuch meinen Namen zu schreiben brauchte ich viel Zeit. Der Mann tastete die Punkte ab und konnte schliesslich meinen Namen erkennen. Dies fand ich sehr faszinierend. Auf die selbe Weise können auch Bilder erkannt werden. Mit einem Bleistift zeichnete ich ein Schmetterling auf ein Blatt mit speziellem Material. Durch die erzeugte Hitze in einer kleinen Maschine, platzten die Kohlenstoffbläschen und es bildete sich eine Erhebung, die tastbar ist.

Die Bedeutung der Biblithek
Die SBS ermöglicht Blinden oder Menschen mit einer Seh-oder Leseschwäche das Lesen. Sowohl auch Menschen, die aufgrund einer Krankheit, wie Parkinson nicht mehr in der Lage sind ein Buch zu halten. Durch die Ausleihe von verschiedenen Formaten, ist der Zugang zu Literatur, Lehrmittel und Informationen weiterhin möglich. Sei es entweder durch Hören oder Tasten.
Die Führung war sehr spannend und auf jeden Fall lohnenswert. Sie vermittelte einen guten Einblick, in die Art und Weise, wie Menschen trotz einer Sehbeeinträchtigung lesen können.

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